Patronat: der Lehrer, Handelsmakler, Zinngießer
Karl wurde am 2. April 747 als Sohn Pippins III. des Jüngeren (bzw. des Kurzen) und der Bertrada geboren. Der Geburtsort ist umstritten und nicht belegbar, Ansprüche machen Aachen, Maria Eich (bei München), Prüm, Düren und Herstal bei Lüttich geltend.
Nach dem Tod seines Vaters 768 regierte Karl gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann das Frankenreich und erweiterte es im folgenden Jahr um Aquitanien (Südwestfrankreich). 771 starb Karlmann, Karl herrschte von da ab allein. 773 unterstützte er Papst Hadrian I., der von den Langobarden bedrängt wurde, zog nach Italien, besiegte den Langobardenkönig Desiderius, schickte ihn in ein fränkisches Kloster und krönte sich selbst zum König der Langobarden.
Seiner Expansion nach Südwesten war weniger Erfolg beschieden: Eine militärische Expedition in das maurische Spanien diente lediglich der Sicherung der Grenze, zwischen Pamplona und Barcelona wurde später die Spanische Mark eingerichtet, Teil eines Systems zur Befriedung der langen Grenzen des Frankenreichs. Auf dem Rückweg fiel der fränkische Heerführer Roland in einem Pyrenäental bei Roncesvalles (Rolandslied).
Die Lage an der Ostgrenze des Reiches machte Karl am meisten zu schaffen: Seit 772 (Zerstörung des sächsischen Heiligtums Irminsul) war es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den heidnischen Sachsen gekommen, die sich weder vom christlichen Glauben noch von fränkischer Herrschaft vereinnahmen lassen wollten. Die Lage eskalierte, als Karl 782 im so genannten Blutgericht von Verden Tausende von Sachsen enthaupten ließ. Unter Widukind brach ein Volksaufstand los, der erst 785 mit dessen Taufe ein Ende fand. Bis 804 kam es immer wieder zu Unruhen, die u. a. durch gewaltsame Umsiedlungsaktionen (Ortsnamen mit dem Element »Sachsen-«, etwa in Süddeutschland, deuten darauf hin) und Zwangsrekrutierungen für Karls Awarenfeldzüge ausgelöst worden waren. Zur entscheidenden Beruhigung nach 30 Jahren rücksichtsloser Missionierung trug letzten Endes die Einrichtung einer kirchlichen Infrastruktur in Form neuer Bistümer in Paderborn, Münster, Bremen, Minden, Verden und Osnabrück bei.
788 wurde auch das Herzogtum Bayern endgültig unter fränkische Oberhoheit gestellt. Tassilo III., der sein Lehen 75 von Pippin bekommen hatte, hatte sich mit den Langobarden verbündet, war aber wie diese von den Franken geschlagen worden. Er wurde verschont und musste ins Kloster gehen, und Bayern fiel endgültig dem Reich zu. Karls Weg nach Osten war nun frei: Zwischen 791 und 796 führte er mehrere Feldzüge gegen die Awaren an Donau und Theiss und sicherte die Ostgrenze durch die Einrichtung der Awarischen Mark.
Das Frankenreich hatte nun seine größte Ausdehnung, und weitere Feldzüge dienten nur noch der Sicherung des Erreichten. Der Ruhm Karls hatte sich bis weit über die Grenzen Europas hinaus verbreitet. Es wird z. B. berichtet, dass Harun al-Raschid, der Kalif von Bagdad, Karl einen lebenden weißen Elefanten namens Abul Abbas schickte, den ersten, der jemals nördlich der Alpen zu bewundern war. (Die Ausstellung »Ex Oriente« hat sich übrigens in Aachen 2003 dieser Geschichte angenommen.) Ob der Kalif dies aus Bewunderung oder in Anerkennung eines weiteren, weit entfernten Vasallen tat, ist nicht geklärt.
Am Weihnachtstag des Jahres 800, während des Gottesdienstes, wurde Karl von Papst Leo III. (Heiliger ) im Petersdom in Rom zum Kaiser gekrönt. 814 starb er in Aachen und wurde dort in der Pfalzkapelle in einem römischen Marmorsarg beigesetzt. Auf Anregung Kaiser Friedrich Barbarossas erfolgte 1165 die Heiligsprechung durch den Gegenpapst Paschalis III., die deshalb nicht offiziell ist, seit 1176 aber geduldet wird. In den Jahren nach seiner Kaiserkrönung hatte sich Karl verstärkt der Reform des Reiches im Inneren gewidmet, hier seien nur die Neuorganisation des Münzwesens, der Justiz, des Heerwesens, der Bildung und besonders der kirchlichen Infrastruktur auf Kosten des immer gefährlichen Adels genannt. Andere Aspekte seiner nie nachlassenden Tatkraft wie etwa das rigorose Vorgehen gegen die Sachsen und andere heidnische Völker oder die radikale Vernichtung von als heidnisch verachteten Kulturgütern mögen heute kritischer betrachtet werden. Aber die endgültige Durchsetzung des christlichen Glaubens einerseits und die politische Vereinigung weiter Teile Europas andererseits bilden die Fundamente, auf die sich letzten Endes knapp 1.200 Jahre nach seinem Tod der Versuch der Einigung Europas gründet.
Darstellung: als stehender Herrscher in kaiserlichem Mantel oder in Rüstung
Attribute: Krone, Zepter, Reichsapfel, Schwert, Buch (Verbreitung des Christentums), Kirchenmodell (Stifter von Kirchen, v. a. des Aachener Münsters)

Quelle: Herder-Verlag

