Aktueller Impuls

Liebe Christinnen und Christen der Untergliederung Ost!
Fastenzeit – Vorbereitungszeit auf Ostern.
Was heißt das für mich persönlich? Auch ich frage mich das immer wieder neu. Ich weiß noch, als Kind, da war das ganz klar. Da wurden in der Fastenzeit keine Süßigkeiten gegessen.

Das dadurch gesparte Geld oder ein Teil vom Taschengeld habe ich in das Misereor-Spendenkässchen gegeben, um Kindern in Not zu helfen. Sinnenhafte Erfahrungen wie die Agapefeier oder die Fußwaschung an Gründonnerstag oder das große Osterfeuer und dann der feierliche Einzug mit der Osterkerze in die dunkle Kirche waren für mich sehr eindrücklich.
Als Jugendliche wollte ich mich dann stärker innerlich und inhaltlich auf Ostern vorbereiten. Die Rockoper „Jesus Christ Superstar“, die ich erst mit den Ministranten und dann gleich noch drei weitere Male besuchte und die wir später auch mit Schulchor und -orchester aufführten, hat mich tief beeindruckt. Das Musical war dann lange Zeit Teil meiner Vorbereitung auf Ostern. Auch wenn manches natürlich theologisch fragwürdig ist, finde ich Musik und Atmosphäre immer noch mitreißend und die ausgearbeiteten Perspektiven zum Nachdenken anregend. Ein sehr intensives Erleben der Kartage ermöglichten mir auch Exerzitien vor Ort oder im Kloster/Bildungshaus oder die Teilnahme an der Route Spirituelle der Pfadfinder – wo wir die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag wandernd und betend, in Stille und im Austausch verbrachten und in einfachen Unterkünften wie Gemeindehäusern übernachtet haben.
Auch später im beruflichen Kontext wurde mir der Austausch über den Glauben immer wichtiger. Zu hinterfragen: Wie ist meine eigene Beziehung zu Gott? Wo ziehe ich Kraft aus dem Glauben? Was heißt das auch für meine Beziehung zu mir selbst und zu den anderen Menschen? Das sind Fragen, die mich selbst beschäftigen und wofür ich gerne Räume und Angebote schaffe.
Neben dem häufig in der Fastenzeit praktizierten Verzicht auf Dinge wie Zucker, Fleisch, Nikotin oder Alkohol und dem darüber Nachdenken, ob unsere eigenen Gewohnheiten und Routinen uns, unseren Mitmenschen oder unserer Beziehung zu Gott gut tun oder eher schaden, gibt es allein hier in unserer Kirchengemeinde viele Möglichkeiten und Angebote, sich auf Ostern vorzubereiten - von Bußandachten, besonderen Gottesdiensten, Kreuzwegen, Bibel- oder Meditationsabenden, Exerzitien im Alltag, Fastenessen und Glaubensgesprächsangeboten bis zum Ostergarten, der uns hilft, die letzten Tage Jesu mit allen Sinnen zu erleben und mit unse-rem eigenen Leben in Verbindung zu bringen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie für sich einen guten Weg der Vorbereitung finden – für Körper, Geist oder Seele. Auf eine Weise, die Ihnen entspricht, die gut tut und Sie stärkt und offen macht für die Begegnung mit Jesus Christus.
Ihnen und Ihren Lieben weiterhin eine gute Fastenzeit

Ihre Corinna König, Pastoralreferentin