Wissenswertes zur Pfarrei St. Trudpert
 

Geschichte der Pfarrei St. Trudpert

Christliches Leben beginnt in Münstertal und im Breisgau mit dem Leben und Sterben des Glaubensboten und Märtyrers St. Trudpert im Jahr 607 (nach anderer Quelle 643). Die Kirche, das Kloster und die Pfarrei tragen seinen Namen.
Nach seinem Tod bestand hier ein kleines Oratorium, das von Einsiedlern betreut wurde. Um das Jahr 800 begannen Mönche des Benediktinerordens mit dem Bau eines Klosters und der dazu gehörenden Kirche. Im Jahr 962 wurde die Gebeine des hl. Trudpert feierlich in der Kirche beigesetzt. Im Jahr 1192 erhob Papst Cölestin III. St. Trudpert zur Wallfahrtskirche.
Seine Blütezeit erlebte das Kloster im 12. und 13. Jahrhundert, ebenso die Stadt Münster, welche talabwärts lag und durch den Silberbergbau eine bedeutende Rolle spielte. Kirche und Kloster wurden mehrmals zerstört und wieder aufgebaut, so wurde z. B. nach einem Brandunglück im Jahr 1456 der gotische Chor neu gebaut. Ein besonderer Schreckenstag im dreißigjährigen Krieg war der 28. Dezember 1632, an welchem ca. 1000 Schweden das Kloster und die Kirche und 70 Häuser im Tal zerstörten. Erst nach 1665 begann der Wiederaufbau. Zuerst entstand der Chor, der 1710 eingewölbt wurde.
Zwischen 1712 und 1722 wurde das Langhaus der Kirche neu erbaut und die Kirche durch den Baumeister Peter Thumb im barocken Stil neu gestaltet. Die neue Kirche wurde am 05.10.1727 geweiht. Es folgten der Neubau des Klosters 1737 und die Neugestaltung der Kirchenfassade 1738.
Die Ausgestaltung der Kirche geschah durch namhafte Künstler aus dem Tessin und dem angrenzenden Como. Krönender Abschluss der Baumaßnahmen war die Weihe des prachtvollen Hochaltars im Jahr 1784, den Franz Josef Friedrich Christian aus Riedlingen in frühklassizistischen Stil errichtet hat.
Am 26. Dezember 1806 wurde das Kloster St. Trudpert aufgehoben. Die Mönche mussten das Kloster verlassen. Das Inventar wurde öffentlich versteigert. Teile des Klostergebäudes wurden abgebrochen. Die Klosterkirche konnte erhalten werden. Die ehrwürdige Klosterkirche wurde unsere Pfarrkirche. Das Klostergebäude wurde nach verschiedenen Nutzungen im Jahr 1920 von den Schwestern des Hl. Josef zu St. Marc (Elsass) erworben. Heute ist es Provinzhaus der Schwestern vom Hl. Josef zu St. Trudpert. 2006 wurde die Klosteranlage St. Trudpert als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung in das Denkmalbuch eingetragen.
 
 
Eine besondere Rarität ist das St. Trudperter Niellokreuz, ein Vortragekreuz, das um das Jahr 1160 hergestellt wurde und als Zeugnis romanischen Kunstschaffens weltberühmt geworden ist.
 
Kirche St. Trudpert
Sowohl baugeschichtlich wie kunstgeschichtlich ist St. Trudpert ein Monument von besonderer Bedeutung. Über die vielen interessanten Einzelheiten informiert sie der Kirchenführer, der in der Kirche ausliegt. Wir laden Sie ein, unsere Kirche zu besuchen und sie als Kunstwerk und als Gotteshaus kennen zu lernen.